Bodensee – längster Longdrink

Exkursion der TG11I ins Konstanzer Wasserwerk

„Wenn man Wasser in einem Teich umrührt, wird es trüb,
aber die Natur des Wassers ist deshalb nicht schmutzig.“
(Dalai Lama)

Genau diese Erfahrung machten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11I des Technischen Gymnasiums an der Zeppelin-Gewerbe Schule. Im Unterrichtsfach Chemie war zuvor das Thema Wasser besprochen worden. Nun galt es den Ursprung des Leitungswassers an der Schule zu erkunden. Der Weg führte zum Konstanzer Wasserwerk an der Seehalde. Konstanz bezieht sein Seewasser aus der Entnahmestelle, die 700 Meter vor dem Seeufer zwischen Staad und Hörnle in 40 Meter Tiefe liegt. Das Wasser, das ins Werk gepumpt wird, hat fast schon Trinkwasserqualität.

Im ersten Schritt werden in einem Mikrofilter alle Feststoffe mechanisch aus dem Wasser gefiltert. Die Filterlöcher sind kleiner als ein Haar, so dass Algen und Schwebstoffe im Filter hängen bleiben. Im nächsten Schritt wird das Wasser mit Ozon (O3) versetzt, das antibakteriell wirkt. Es ist gewissermaßen eine chemische Reinigung des Wassers. Gleichzeitig werden viele bestehende organische Reststoffe im Wasser zerstört. Das Ozon wird im Wasserwerk selbst hergestellt und zerfällt nach 15-20 Minuten wieder von selbst, so dass sich kein Ozon mehr im Wasser befindet, wenn es das Werk verlässt. Zum Schluss durchläuft das Wasser noch einen Sandfilter, der letzte Kleinstpartikel herausfiltert, die sich noch im Wasser befinden könnten. Die Anlage funktioniert wie ein Uferfiltrat an Flüssen: verschiedene Schichten unterschiedlicher Sandkörnergrößen dienen als natürlicher Filter, der regelmäßig gereinigt wird. Herr Herr Löhle von den Stadtwerken Konstanz, der die Gruppe durch das Wasserwerk führt, erklärt die Details an einem Modell. Das aufbereitete Trinkwasser wird nun in einen Reinwasserbehälter gepumpt, von dem aus es in die verschiedenen Hochbehälter gelangt, die die Häuser der Stadt mit Wasser unter konstantem Druck versorgen. Das Trinkwasser wird rund um die Uhr auf seine Reinheit überwacht. Dazu werden empfindliche Kleinstlebewesen („Wasserflöhe“) in einer speziellen Überwachungs¬apparatur auf ihre Aktivität beobachtet. Das Trinkwasser durchfließt ständig das Gefäß, in dem die kleinen Krebstiere der Gattung Daphina leben. Ein Computer überwacht die Aktivität der Tierchen. Sinkt diese unter einen vorher festgelegten Wert, wird Alarm ausgelöst, weil das Wasser nicht mehr sauber ist. Die Natur hilft die Qualität des Wassers zu garantieren. Im Wasserwerk verlässt man sich nicht nur auf die Natur. Regelmäßig werden Proben im hauseigenen Labor in Sipplingen überprüft und ein unabhängiges Institut nimmt immer wieder Proben zur Analyse. Trinkwasser ist das bestüberwachteste Lebensmittel in Deutschland. Jeden Tag können vom Konstanzer Wasserwerk 50 Millionen Liter Wasser produziert werden, wobei an heißen Tagen in der Stadt etwa 28 Millionen Liter verbraucht werden, so dass immer genügend Wasserreserve vorhanden ist.

Die meisten Besucher kennen das Wasserwerk nur vom Spazierweg am See entlang und achten auf das historische Gebäude aus dem Jahr 1905. Es dient heute der Verteilung des Trinkwassers in das Konstanzer Wassernetz, das eine Länge 286 Kilometern hat. Neben der Kernstadt werden alle Vororte der Stadt Konstanz, die Insel Mainau und ggf. auch Kreuzlingen mit frischem Wasser beliefert. Wer Durst bekommen hat, kann das Wasser an direkten Entnahmestellen in der Stadt verkosten: vor dem Staader Wasserwerk, an der Staader Fähre, auf der Markstätte, auf dem Augustinerplatz, und vor dem Sealife. Ein Tipp für heiße Tage: Geben Sie ein paar Minzeblätter und eine Zitronenscheibe (wahlweise auch Orangenscheibe) in ein Glas Konstanzer Trinkwasser – die perfekte Erfrischung für den Sommer.
Nach der Führung im Wasserwerk ging es für die Schülerinnen und Schüler ans Hörnle. Hier wurden Wasserproben chemisch analysiert und auf Nitrat-, Nitrit-, Phosphat- und Ammoniumgehalt geprüft. Der pH Wert und die Härte des Wassers wurden bestimmt und bestätigten die gute Wasserqualität des Bodensees.

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