Heiße Studienfahrt nach Berlin

In der vorletzten Schulwoche (18. – 23. Juli 2022) des Schuljahres fuhren 22 Schülerinnen und Schüler der TG12I zusammen mit Herrn von Detten und Herrn Stippler im Rahmen ihrer Studienfahrt nach Berlin. Es sollte eine heiße Fahrt werden, so viel stand fest – und sie wurde es auch. Die mediterranen Temperaturen (bis zu 37°C tagsüber und tropische Nächte mit 24°C) waren für alle Beteiligten eine Herausforderung. Morgens wurde immer kontrolliert, ob alle genügend Getränke mit sich führten; danach ging es los, die Stadt zu erkunden.

Das Programm wurde kurzerhand in die Vormittagsstunden gelegt. Eine Stadtführung zwischen Ost und West am Grenzstreifen Kreuzbergs entlang eröffnete Perspektiven, wie man in Berlin früher wohnte – sowohl im 19. Jahrhundert, als auch zu den Zeiten, als die Berliner Mauer noch stand. Früher waren Arbeits- und Wohnraum im selben Häuserkomplex zusammengefasst, heute wohnt man z.T. weit getrennt vom Arbeitsplatz. Über das neu wiedererrichtete Berliner Stadtschloss (Humboldt Zentrum) führte uns der Weg zum Brandenburger Tor, dem Symbol der Trennung dieser Stadt. Wer weiß heute, dass dieses Tor ursprünglich das Friedenstor war und die Bronzefigur mit den vier Pferden auf dem Tor die Friedensgöttin darstellte. Diese und andere Details bereicherten den Rundgang.

Der zweite Tag gehörte vorbereiteten Referaten der Schülerinnen und Schüler vom Deutschen Bundestag (Reichstag) über das Brandenburger Tor, zum Denkmal für die Opfer des Holocaust, in den Tiergarten und zum Potsdamer Platz mit dem Sony-Center. Die Abkühlung unter der Bewässerungsanlage des Tiergartens kam gerade recht und wurde kurzerhand genutzt. 

Alle kamen nachmittags im klimatisierten Deutschen Dom zusammen, um die Ausstellung des Deutschen Bundestages zu besuchen. Zur Überraschung aller befand sich dort ein nachgebautes kleines Parlament, in dem die Grundzüge demokratischen Arbeitens kurzerhand ausprobiert werden konnte. So wurde eine Regierungsansprache des „Bundeskanzlers Schaele“ mit Aussprache, Zwischenfragen und Gegenrede gehalten, anschließend wurde abgestimmt, wobei die verschiedenen Möglichkeiten der Abstimmung im Bundestag bis zum sogenannten Hammelsprung erläutert wurden. Diese interaktive Bundestagssitzung im kleinen Kreis stellte sich als ein spontaner Höhepunkt heraus, der allen Schülerinnen und Schülern so gut gefiel, dass nach der Führung weiter diskutiert und abgestimmt wurde.

Weitere Referate über die Berliner Mauer, die Fluchtversuche sowie Fluchtopfer an der Mauer und der Checkpoint Charly bildeten den Auftakt am Mittwoch. 

Danach wurden zwei Gruppen gebildet, die sich im Museum für Technik und in der Alten Nationalgalerie inspirieren ließen. 

Die Hitze machten allen zu schaffen, doch gab es glücklicherweise keine gesundheitlichen Komplikationen in der Gruppe. Der Nachmittag stand zur freien abkühlenden Verfügung.

Ein weiterer Höhepunkt war am letzten Tag der Besuch des Deutschen Bundestags im Berliner Reichstag. Auf der Besuchertribüne erhielt die Gruppe einen Einblick in die Arbeit des Parlaments vor Ort. 

Der Besuch der Kuppel erlaubte einen Panoramarundblick über die Stadt Berlin. Im Anschluss traf sich die Gruppe zur Diskussion mit einem wissenschaftlichen Mitarbeiter des Abgeordneten Andreas Jung, der uns in den Bundestag eingeladen hatte. Diskussionen rund um Energiepolitik und aktuelle Fragen des Tagesgeschehens zeigten den Schülerinnen und Schüler, wie komplex manche Themen nicht nur für Politiker sind. Nach dem anschließenden Mittagessen im benachbarten Paul-Löbe-Haus trat die Gruppe die Heimreise an.

Die Schülerinnen und Schüler erlebten eine geschichtlich, kulturelle und politisch interessante Woche in Berlin. Die Klassengemeinschaft wurde während der Studienfahrt nachhaltig geprägt. Es war – auch mit hohen Temperaturen – eine heiße Reise, an die sich alle gerne erinnern werden.

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